Rezension: „Weibliche Macht neu denken“ von Eva Thöne

Wie lassen sich männlich geprägte Muster aufbrechen, um Raum für weibliche Macht zu schaffen? In ihrem Buch „Weibliche Macht neu denken“ analysiert die Autorin Eva Thöne den Machtbegriff und dessen überwiegend männlich konnotierte Auslegung.
Die Autorin beginnt ihr Buch mit einem Beispiel aus dem Arbeitsalltag. Auffallend häufig ergreifen Männer in Meetings das Wort und verschaffen sich einen verbalen Raum, während Frauen sich eher zurückziehen und still bleiben. Das Fatale: Entscheidungen werden häufig von Männern getroffen, obwohl die Themen Frauen mindestens genauso betreffen. Doch wieso ist das so?
Eva Thöne spricht von drei klassischen Machtsphären – Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit –, in denen Frauen zwar mittlerweile stärker vertreten sind, die zugrunde liegende Idee von Macht jedoch weitgehend unverändert geblieben ist. Der Begriff ist noch immer stark männlich konnotiert und zu eng gefasst, um ein neues Paradigma zu ermöglichen.
Bis heute ist unsere Gesellschaft von einem Verständnis geprägt, dem zufolge Frauen in erster Linie dem Ideal der sanften und bürgerlichen Hausfrau entsprechen sollen. Weibliches Wissen gilt dabei häufig als weniger wertvoll, während männliches Wissen als bedeutsamer angesehen wird. Besonders deutlich wird dies am Konzept des Genies, in unserer Vorstellung meist männlich: „Der schöpferische Mensch, der etwas Herausragendes kraft seines Geistes schafft. […] Er macht die Erfindung, die die Welt […] revolutioniert, er schafft die großartigste Kunst, er dreht den besten Film der Welt.“ Frauen hingegen bleiben im Hintergrund, sollen keine zu große Macht beanspruchen.
Durch Beispiele, persönliche Erfahrungen und zahlreiche Studien zeigt Eva Thöne, dass der Machtbegriff weiterhin überwiegend mit einer männlichen Figur verbunden ist. Was es stattdessen braucht, ist ein neues Verständnis, das binäre Denkmuster aufbricht und neue Regeln etabliert. Eva Thöne formuliert daher ein wichtiges Plädoyer: den Begriff der Macht neu zu denken und sich ihm aus einer anderen Perspektive zu nähern, damit Frauen künftig selbstverständlich Macht für sich beanspruchen können.
Die Autorin Eva Thöne ist am Mintag, den 18. Mai ab 19:00 Uhr zu Gast bei uns im Literaturhaus Magdeburg. Gemeinsam mit Lisa Ball wird sie über ihr aktuelles Buch sprechen und Aussschnitte daraus vorlesen.
Karten für die Lesung gibt es im Literaturhaus Magdeburg.






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