Black History Month auch im Literaturhaus: Buchrezension zu Jasmina Kuhnkes "Schwarzes Herz"

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Buchcover "Schwarzes Herz"

Der Black History Month (1. Februar bis 1. März) wird nun schon seit 100 Jahren im Februar gefeiert. Er würdigt die Geschichte, die Kultur sowie die Leistungen schwarzer Menschen und macht ihre Beiträge zu unserer Gesellschaft sichtbar. 1926 wurde er in den USA von Carter G. Woodson ins Leben gerufen. Seitdem steht dieser Monat für Erinnerung, Aufklärung und den aktiven Einsatz gegen Rassismus. Ziel ist es, Geschichte neu zu entdecken und Vielfalt anzuerkennen.    

Rezension: „Schwarzes Herz“ von Jasmina Kuhnke


„Auf schwarzer Haut verblast alles schnell.“, die Schläge eines gewalttätigen, misogynistischen Ehemannes, das verbale Schießfeuer eines rassistischen
Stiefvaters und auch die Blessuren die eine unverständnissvolle, diskriminierende Gesellschaft einem jungen schwarzen Mädchen in Deutschland zugefügt hat.
Mittels ihres Romanes „Schwarzes Herz“, verleiht Jasmina Kuhnke einer jungen, schwarzen Ich-Erzählerin die Stimme, eine Geschichte zu erzählen, wie sie
unzähligen schwarzen Menschen und vor allem schwarzen Frauen widerfahren ist und wohl auch immer noch widerfährt. Im Verlauf des Buches begleiten wir die Protagonistin in ihrem Alltag, von der frühen Kindheit an, bis in die Gegenwart und erfahren so hautnah, welchen Hürden sie sich
jeden Tag stellen musste und wie sie nun mit dem Geschehenden umgeht.
Als Kind einer alleinerziehenden Mutter mit kroatischen Wurzeln und einem Vater aus Senegal, welcher unglücklicherweise nie an ihrem Leben Teil haben sollte, waren die Ausgangsbedingungen für eine glückliche, unbeschwerte Kindheit im Deutschland der Neunzigerjahre nicht gegeben. In den Kapiteln über die Kindheit und Jugendzeit der Erzählerin berichtet sie, wie es sich anfühlt, schon in jungen Jahren als etwas unmenschliches gesehen zu werden, wie es ist, mit Rassismus konfrontiert zu sein, bevor man überhaupt begreifen kann was das ist. Sie beschreibt, wie verwirrend es sein kann, in einem Umfeld aufzuwachsen, in welchem man sich mit niemandem identifizieren kann und welche Auswirkungen das auf ihr weiteres Leben gehabt hat. Eine große Rolle dabei, spielen auch die Männer, welche ihr Leben geprägt haben. Vor allem ihr Stiefvater hat nie eine Chance verpasst sie spüren zu lassen, dass es einen Unterschied zwischen ihr und allen anderen gibt. Er sollte der erste Mann in ihrem Leben sein, welcher ihre Unsicherheiten zum eigenen Vorteil ausnutzt. In späteren Kapiteln werden wir Zeugen ihrer toxischen Ehe, in welcher sie viele Jahre wie gelähmt gefangen war. Durch die Erzählperspektive in der Ich-Form und den direkten, ehrlichen und anschaulichen Schreibstil, bekommt man das Gefühl, die Erzählerin würde einem ihre Geschichte persönlich anvertrauen. Es fällt außerdem kein einziger Name im Roman, da jeder der Charaktere unterschiedliche Namen in den Leben Tausender hat, denen Ähnliches geschehen ist. Dieser Roman handelt nicht nur von einer Lebensgeschichte, sondern erzählt die von Vielen.


„Schwarzes Herz“ beleuchtet düstere Themen, wie Häusliche Gewalt, Sexismus, Rassismus sowie Misogynie und zeigt ohne Filter was diese Dinge mit Menschen
machen können und in welche Abgründe sie Menschen treiben können. Die ungefilterte Ehrlichkeit und Konfrontation mit diesen Thematiken macht Jasmina
Kuhnkes Werk so unglaublich wichtig, denn es schafft Bewusstsein, geht unter die Haut und lässt nicht mehr los.

Die Rezension wurde von unsere Praktikantin Mia geschrieben.

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