Rückblick auf die Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ 2026 – Das Literaturhaus Magdeburg setzt Zeichen

Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ 2026 – Das Literaturhaus Magdeburg setzt Zeichen
Vom 16. bis 27. Januar 2026 fand in Magdeburg erneut die Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ der Initiative Weltoffenes Magdeburg statt. Mit zahlreichen Aktionen im gesamten Stadtgebiet machte die Initiative deutlich: In Magdeburg ist kein Platz für Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und Frauenhass. Magdeburg ist und bleibt eine Stadt, in der Vielfalt gelebt wird und alle ihren Platz haben.
Auch das Literaturhaus Magdeburg ist seit vielen Jahren Teil der Initiative und beteiligt sich regelmäßig mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Formaten an der Aktionswoche. In diesem Jahr standen nahezu alle unsere Veranstaltungen im Januar im Zeichen von „Eine Stadt für alle“, ein bewusstes Signal für Toleranz, Weltoffenheit und demokratische Werte.

Den Auftakt bildete die Eröffnung der Wanderausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“, die wir gemeinsam mit der Stadtbibliothek Magdeburg im Lesecafé Eselsohr zeigten. Zur Eröffnung war Nicole Mattern von der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e. V. aus Hamburg angereist und führte in die Ausstellung ein. Tobias Krull, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Magdeburg der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e. V., begrüßte die Gäste und betonte die besondere Aktualität der Ausstellung in Zeiten eines вновь erstarkenden Antisemitismus. Die Ausstellung war bis Ende Januar zu sehen und wurde durch ein pädagogisches Angebot für Schulklassen ab der 7. Klassenstufe ergänzt.
Wenige Tage später waren wir mit dem Autor und Journalisten Arne Semsrott zu Gast im HOT – Alte Bude. Vor rund 150 Besucher:innen las er aus seinem Buch „Machtübernahme“ und diskutierte anschließend mit dem Publikum darüber, wie man dem erstarkenden Rechtsextremismus aktiv begegnen und demokratische Werte wie Toleranz, Akzeptanz und ein respektvolles Miteinander verteidigen kann.

Am Samstag, den 17. Januar, beteiligten wir uns an der Bauzaunausstellung der Initiative Weltoffenes Magdeburg auf dem Alten Markt. Gezeigt wurden unter anderem Banner der Ausstellung „Verbrannte Orte“ von Verbrannte Orte e. V., die an Orte erinnern, an denen 1933 Bücher von den Nationalsozialisten verbrannt wurden – auch in Magdeburg, wo im April 1933 auf dem Domplatz Bücherverbrennungen stattfanden. Autor:innen des Fördervereins der Schriftsteller lasen Texte von Schriftsteller:innen, deren Werke damals vernichtet wurden. Ein besonderer Dank gilt Uschi und Lothar Günther sowie Katharina Schaare, die auch bei frostigen Temperaturen diese Lesung ermöglichten.
Im Anschluss folgte, thematisch anknüpfend an die Ausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“, ein Vortrag von Dr. Maik Hattenhorst (Stadtbibliothek Magdeburg) und Pascal Begrich (Miteinander e. V.) über den Arzt Dr. Kurt Heißmeyer, der auch in Magdeburg praktizierte und für die grausamen medizinischen Experimente an den 20 Kindern im KZ Neuengamme verantwortlich war. Die anschließenden Diskussionen machten deutlich, wie wichtig Erinnerung und Aufklärung gerade heute sind.


Am Sonntag waren wir zu Gast im Schauspielhaus Magdeburg. Gemeinsam mit dem Schauspielhaus luden wir den Autor und Journalisten Michel Abdollahi ein, der sein Buch „Es ist unser Land. Wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen“ vorstellte. Die ausverkaufte Veranstaltung spiegelte die Sorgen vieler Menschen angesichts der aktuellen politischen Lage wider, zugleich aber auch den Wunsch nach Austausch, Haltung und Mut. Die persönlichen Beiträge aus dem Publikum machten deutlich: Es braucht Zivilcourage, Gesprächsbereitschaft und das Engagement vieler, um eine lebenswerte Zukunft für alle zu gestalten.

Darüber hinaus zeigen wir im Literaturhaus noch bis zum 20. Februar die Ausstellung „Auftakt des Terrors“, erarbeitet von der Gedenkstätte Sachsenburg. Sie widmet sich den frühen, weniger bekannten Konzentrationslagern in Deutschland und leistet einen wichtigen Beitrag zur historischen Bildungsarbeit.
Den Abschluss unserer Beiträge zur Aktionswoche bildete eine Familienlesung: Der Berliner Autor Christian Duda stellte sein aktuelles Kinderbuch „Großer Stunk“ vor – ein kluges und humorvolles Buch über Vorurteile, Selbstüberschätzung und Egoismen. Oder, wie Ruth Rousselange (Eselsohr, 12/2025) schreibt:
„Ein komisches, gewieftes Buch über Vorurteile, Selbstüberschätzung und Egoismen, die uns trennen.“
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