In Erinnerung an Birgit Herkula

Am 15. Februar vor 66 Jahren wurde Birgit Herkula geboren, eine Magdeburger Schriftstellerin und wache Beobachterin, die im Jahr 2020 viel zu früh verstorben ist. Sie wäre nicht leise geblieben angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen. Wann immer angebracht, hat sie Projekte entwickelt und diese an Bildungs- und Jugendeinrichtungen und ausdrücklich gemeinsam mit Jugendlichen engagiert umgesetzt. In ihren zahlreichen „Schreib-und Entdeckerprojekten“, bei denen es vor allem darauf ankam, dass Kinder und junge Erwachsene tatkräftig mitgestalten, standen meist soziale Fragestellungen im Mittelpunkt – seien es Probleme in der Schule, das eigene Älterwerden oder die Integration von Kindern anderer Herkunft.
Birgit Herkula setzte dort an, wo es anderen zu schwierig wurde, davon zeugt zum Beispiel das Projekt „Auf den Spuren der Bücherverbrennung. Pretzien 2006 und die Geschichte von Schönebeck“ – ein „Vorfall“, eine Idee und mit Birgit Herkula ein Projekt, das Aufklärung schaffte, die Jugendlichen nicht nur abholte, sondern auch mitnahm in einen lebendigen Austausch über Geschichte in der Gegenwart.
Aufklärung über Hintergründe und Geschehenes in Verbindung mit dem Gedenken an regionale Literatinnen und Literaten ist thematischer Knotenpunkt des Buches, das Birgit Herkula gemeinsam mit Simone Trieder herausgegeben hat: „Verboten, verschwiegen, verschwunden. Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt zur NS-Zeit“. In diesem bedeutsamen Werk für das literarische Gedächtnis der Region finden sich neben kurzen Passagen über die Bücherverbrennung in Halle und Magdeburg namhafte Autorinnen und Autoren, wie Lily Braun und Georg Kaiser neben meist weniger bekannten, wie etwa Oskar Schönberg oder Charlotte Beradt. Die knappen Texte zur Person sowie Abbildungen und Werkauszüge der Autorinnen und Autoren erlauben einen ersten Zugang, können aber durch den Vermerk, wo einzelne Bestände und Nachlässe zu finden sind, auch als wohlmeinender Appell für weitere Nachforschungen aufgefasst werden.
Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller in diesem Buch, jede/r einzelne von ihnen ist es wert, neu oder erneut gelesen zu werden, und damit eingeschlossen die Texte von Birgit Herkula, die stellvertretend für ihr persönliches Engagement die Zeit überdauern.





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