Zum Geburtstag von Erich Weinert: Lyriker und Kommunist

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Erich Weinert 1933

Erichv Bernhard Gustav Weinert, geboren am 4. August 1890 im Magdeburger Industriestadtteil Buckau, zählt zu den prägendsten Figuren der politischen Lyrik und des proletarisch-revolutionären Kabaretts im Deutschland des 20. Jahrhunderts. Aufgewachsen in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus – sein Vater arbeitete als Ingenieur –, absolvierte Weinert nach dem Besuch der Knabenbürgerschule auf Wunsch der Familie zunächst eine handwerkliche Ausbildung zum Lokomobilbauer. Erst im Anschluss verfolgte er seine Neigung zu den bildenden Künsten und schloss 1912 an der Königlichen Kunstschule in Berlin ein Studium als akademischer Zeichenlehrer ab. Nach dem Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg wandte sich Weinert intensiv der Literatur und der Kleinkunst zu. Über Stationen wie das Leipziger Kabarett „Retorte“ gelangte er in den 1920er Jahren nach Berlin, wo er sich der Kommunistischen Partei anschloss und zu einer zentralen Stimme der linken Arbeiterkulturbewegung reifte.

Weinerts schriftstellerisches Schaffen war stets eng an seinen gesellschaftspolitischen Einsatz gekoppelt. Als herausragender Dichter und Satiriker prangerte er in Versen und Spottgedichten wie „John Schehr und Genossen“ (1934) die Ausbeutung, den militaristischen Zeitgeist sowie den aufkeimenden Faschismus der Weimarer Republik an. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 zwang ihn ins Exil, welches ihn über die Schweiz, Frankreich und das Saargebiet schließlich in die Sowjetunion führte. Auch in der Emigration blieb Weinert unermüdlich aktiv: Er kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg in den Reihen der Internationalen Brigaden und verfasste während des Zweiten Weltkriegs an der sowjetischen Front Flugblätter und Rundfunkansprachen, die sich direkt an die deutschen Wehrmachtssoldaten richteten. Als Mitbegründer und Präsidentschaftsführer des Nationalkomitees Freies Deutschland suchte er bereits während des Krieges Wege für ein antifaschistisches Nachkriegsdeutschland aufzuzeigen.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1946 übernahm Weinert leitende Funktionen im Kulturwesen der Sowjetischen Besatzungszone und erfuhr bis zu seinem Tod am 20.April 1953 in Ost-Berlin hohe staatliche Anerkennung. In der DDR wurde sein Werk als fester Bestandteil des Kanons proletarisch-revolutionärer Literatur gepflegt und vielfach gewürdigt. Sein Magdeburger Geburtshaus, das heutige Literaturhaus der Stadt, trägt fortan sein Andenken weiter.

Das Literaturhaus Magdeburg widmet sich anlässlich Weinerts Geburtstag am 04. August einem vergessenen Stück Filmgeschichte. Gezeigt wird der Doku- und Experimentalfilm „Konfrontation. Rekonstruktion eines Dichters“ (1977)von Konrad Herrmann und Lutz Körner. Nach der Archivierung durch die DEFA wurde das Werk erst 1990 ausgestrahlt und erfährt nun neue Aufmerksamkeit. Im Anschluss an die Vorführung spricht der Beteiligte Fotograf Lutz Körner (tätig unter dem Künstlernamen Sebastian Langkorn) mit der ehemaligen Leiterin des Literaturhauses Ute Berger über seine Arbeit an dem Film.

 


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