Martin Beradt (26.08.1881-26.11.1949)

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Heute vor 145 Jahren wurde Martin Beradt als Sohn orthodox-jüdischer Eltern in Magdeburg in der Wilhelmstraße geboren (westl. Teil der bheutigen Ernst-Reuter-Allee). Sein Vater Otto Beradt betrieb einen Lederhandel.

Seine Kindheit verbrachte er in der Elbestadt und besuchte von 1888 bis zur Übersiedlung der Familie nach Berlin 1892 das Domgymnasium.

Später studierte Beradt an den juristischen Fakultäten in Berlin, München und Heidelberg. Während er zu Beginn seiner Studienzeit noch in der Lederhandlung seines Vaters mit aushalf, begann Beradt seit 1905 mit der Veröffentlichung erster Texte. 1909, als Beradt seine eigene Kanzlei in Berlin eröffnete, hatte er bereits einen Roman (Go, 1908) und einen Essay (Der Richter, 1909) herausgegeben.

„[…] Heute ist das Buch verschollen wie die Welt, von der es handelt. Das Berliner Scheunenviertel, heute im falschen Glanz der Nostalgie ein Treffpunkt der Szene, war in den zwanziger Jahren die Zuflucht der armen jüdischen Einwanderer aus Osteuropa. Zionistische Vereine, hebräische Buchhandlungen, Talmudschulen und Synagogen Tür an Tür mit Kaschemmen, Puffs und Trödlerläden - niemand hat dieses Großstadtghettobzärtlicher und unbeschönigter beschrieben als Martin Beradt. […]“ (AufbaubVerlage / Die andere Bibliothek)

Fast 20 Jahre arbeitete Martin Beradt an seinem Roman „Die Straße der kleinen Ewigkeit“, der ursprünglich unter dem Titel „Beide Seiten einer Straße“ erscheinen sollte. Dieser wurde posthum auf Bestreben seiner Witwe Charlotte Beradt veröffentlicht. Im Mittelpunkt dieses seinerzeit modern strukturierten Romans steht die historisch verbürgte Grenadierstraße, die wichtigste Straße im Berliner Scheunenviertel zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Straße ist hier der eigentliche Protagonist – gleichsam eine Bühne, auf der die Bewohnenden beider Seiten auftreten, sie streifen und wieder verschwinden. Unverstellt, nüchtern aber stets mit viel Sympathie wird so ein authentisches Gesamtbild der dort lebenden jüdischen Gemeinschaft vor 1933 gezeichnet, was als Stück Zeitgeschichte und schriftliches Denkmal zugleich gelesen werden kann.

Buchcover „Straße der kleinen Ewigkeit“ © Aufbau Verlag; Buchcover „Beide Seiten einer Straße“ © Das Kulturelle Gedächtnis Verlag

Zum Weiterlesen:

https://www.aufbau-verlage.de/die-andere-bibliothek/die-strasse-der-kleinen-ewigkeit/978-3-8218-4190-8

https://www.perlentaucher.de/buch/martin-beradt/die-strasse-der-kleinen-ewigkeit.html

https://literaturkritik.de/id/5017


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